Abstand schützt - klingt plausibel ist aber nur die halbe Wahrheit: Einsatzkräfte, die sich aus der Ferne einbringen, die Daten sammeln, Entscheidungen treffen und Einsätze führen oder unterstützen haben mit besonderen psychischen Belastungen zu kämpfen. Der Workshop zeigt nicht nur, wo Belastungen entstehen, sondern gibt auch praxistaugliche Hinweise für den Umgang mit diesen.
Die präklinische Schmerztherapie bei Kindern stellt Einsatzkräfte regelmäßig vor besondere Herausforderungen: altersabhängige Kommunikation, Unsicherheiten bei Dosierungen und die Angst vor Nebenwirkungen führen nicht selten zu einer Untertherapie. Dieser Vortrag vermittelt strukturierte Ansätze zur kindgerechten Schmerzeinschätzung, evidenzbasierte medikamentöse Strategien sowie praktische Tipps zur sicheren Anwendung gängiger Analgetika im Rettungsdienst. Besonderes Augenmerk liegt auf intranasalen Applikationswegen, nicht-medikamentösen Maßnahmen und der Vermeidung typischer Fehler im Einsatz.
Der Bauernhof ist ein Hochrisiko-Umfeld für Kinder – mit einer Vielzahl potenziell lebensbedrohlicher Gefahren. Dieser Vortrag thematisiert typische Unfallmechanismen wie Überrolltraumata, Maschinenverletzungen, Ertrinkungsunfälle in Güllegruben sowie Intoxikationen. Neben der präklinischen Erstversorgung liegt der Fokus auf Gefahreneinschätzung für Einsatzkräfte, Besonderheiten der Rettung sowie der frühzeitigen Identifikation kritischer Verläufe.
Reitunfälle gehören zu den häufig unterschätzten Hochrasanztraumata im Kindesalter. Dieser Vortrag beleuchtet typische Verletzungsmuster – von stumpfem Thoraxtrauma bis hin zu schweren Schädel-Hirn-Traumata – und deren präklinische Relevanz. Neben der strukturierten Traumaversorgung werden Entscheidungsstrategien zur Einschätzung der Verletzungsschwere, zur Immobilisation und zum Transportziel vermittelt. Fallbeispiele zeigen häufige Fehleinschätzungen und deren Konsequenzen.
Die Rapid Sequence Induction (RSI) beim schwerverletzten Kind gehört zu den anspruchsvollsten Maßnahmen im Rettungsdienst. Anatomische Besonderheiten, geringe physiologische Reserven und die hohe Fehleranfälligkeit machen ein strukturiertes Vorgehen essenziell. Der Vortrag vermittelt praxisorientierte Algorithmen zur Indikationsstellung, Vorbereitung und Durchführung der RSI unter präklinischen Bedingungen. Besondere Schwerpunkte sind Airway-Management, Medikamentenauswahl, hämodynamische Stabilisierung und das Management schwieriger Atemwege.
Die Sepsis wird präklinisch häufig nicht erkannt – insbesondere, wenn der Infektionsfokus nicht offensichtlich ist. Dieser Vortrag schärft den Blick für atypische Präsentationen und unspezifische Symptome bei Kindern und Erwachsenen. Anhand realitätsnaher Fallbeispiele werden typische diagnostische Fallstricke aufgezeigt. Ziel ist es, die Sensibilität für Sepsis zu erhöhen und frühzeitig die richtigen Maßnahmen einzuleiten.
Aufbauend auf der Problematik der häufig verzögerten Diagnosestellung vermittelt dieser Vortrag konkrete Strategien zur präklinischen Versorgung von Sepsis Patienten. Inhalte sind strukturierte Einschätzung, differenzierte Volumentherapie, frühzeitige Eskalation sowie Priorisierung von Maßnahmen im Rettungsdienst. Besonderheiten zwischen pädiatrischen und erwachsenen Patienten werden klar herausgearbeitet, um Handlungssicherheit in beiden Patientengruppen zu gewährleisten.
Neben den bekannten Notfällen gibt es eine Vielzahl seltener oder atypischer Krankheitsbilder, die präklinisch leicht übersehen werden. Dieser Vortrag widmet sich genau diesen „blinden Flecken“: von metabolischen Entgleisungen über seltene neurologische Erkrankungen bis hin zu atypischen Infektionsverläufen. Ziel ist es, diagnostisches Denken zu erweitern und Sicherheit im Umgang mit ungewöhnlichen Einsatzsituationen zu schaffen.
Die Anaphylaxie beim Kind ist ein zeitkritischer Notfall mit oft dynamischem Verlauf. Dieser Vortrag vermittelt ein klares, leitlinienorientiertes Vorgehen – von der frühzeitigen Erkennung bis zur konsequenten Therapie. Im Fokus stehen die richtige Indikation und Applikation von Adrenalin, Dosierungssicherheit sowie das Management schwerer Verläufe. Häufige Fehler im präklinischen Setting werden gezielt adressiert.
Eine LIVE-Übung
Die Auswirkungen der Klimakrise haben gravierende Folgen für das Gesundheitswesen - sowohl medizinisch als auch taktisch und organisatorisch. Gleichzeitig müssen das Gesundheitswesen und der Rettungsdienst auch (mehr) Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Der Vortrag beleuchtet Konsequenzen und Handlungsmöglichkeiten für Akteur*innen im Gesundheitswesen.
Wir kennen es alle: Der Rettungsdienst ist als Engpassberuf von hoher Fluktuation und geringer Verweildauer geprägt – gut ausgebildete Menschen wandern allzu schnell wieder ab. Aktuelle Projekte und Reformen sind richtig und wichtig - aber auch das Potenzial älterer Mitarbeiter*innen kann einen wichtigen Beitrag zur zukünftigen Gestaltung des deutschen Rettungsdienstes darstellen. Der Vortrag beleuchtet die Ressourcen älterer NotSan im Rahmen einer qualitativen Interviewstudie.
This presentation will introduce how South Korea has developed its CBRN preparedness mindset while living next to a persistent security threat. It will discuss the practical lessons that European emergency medical services, civil protection agencies, and disaster medicine systems can learn from the Korean experience. The session will also highlight the importance of integrating clinical preparedness, civil protection planning, public communication, and scenario-based education for future CBRN incidents.
Hilfe, was mache ich denn jetzt?! Was ist das eigentlich? Wie fühlt sich das an? Früher ging es mir auch so, heute weiß ich es wie es sich anfühlt und kenne einige Methoden die Betroffenen helfen können. Diese möchte ich euch näher bringen.
Zwischen erhobenem Schmerz und therapeutischer Entscheidung besteht im Rettungsdienst häufig eine Diskrepanz. Medical Gaslighting beeinflusst dabei unbewusst unser Handeln, etwa bei der Analgesie. Die Session zeigt anhand konkreter Beispiele, wie solche Verzerrungen entstehen, welche Folgen sie haben und wie wir durch gezielte Reflexion und Ausbildung unsere Entscheidungsqualität verbessern können.
Was können wir aus der Seefahrt lernen? SAFE! Jede*r Schiffsärzt*in braucht ein Zertifikat in Sexual Assault Forensic Examination. Warum ist das "an Land" eigentlich keine Pflicht? Der Vortrag wird einen Überblick über das Training und die darin erworbenen Skills geben, aber natürlich vor allem einen tiefen Blick hinter die Kulissen der Seefahrt.
Wir möchten mich dir diskutieren, uns austauschen und sensibilisieren. Dies ist ein Safe-Space, wir dulden nicht, falls jemand unsachlich wird.
Kleine Menschen stellen Einsatzkräfte vielfach vor große Herausforderungen. Die psychische Belastung im Zusammenhang mit Kindernotfällen steht im Mittelpunkt dieses Workshops. Ausgehend von Euren Erfahrungen schauen wir, was im Umgang mit kleinen Menschen hilfreich ist, um gut aus dem Einsatz herauszukommen. Gelungene Beispiele für das Zusammenwirken von PSNV und Rettungsdienst runden den Workshop ab.
CRM ist in aller Munde aber was bedeutet CRM wirklich und ist es mit den 15 Leitsätzen getan?
Unsere Fallvorstellung bietet einen eindrucksvoller Einblick in die Arbeit der Luftrettung, die sich durch besondere organisatorische, medizinische und logistische Herausforderungen auszeichnet. Der Einsatz verdeutlicht, wie komplex die Versorgung von Patientinnen und Patienten unter den Bedingungen eines luftgestützten Transports sein kann.
FranciskaVogt
Indikationen - Ablauf - Technik - Medizin - Einsatzbeispiele - Limitationen
In dieser Session treffen zwei Generationen Rettungsdienst aufeinander: Ein angehender Notfallsanitäter im zweiten Ausbildungsjahr, der nach aktuellen Leitlinien, SOPs und digitalen Tools arbeitet – und ein Notfallsanitäter mit 25 Jahren Erfahrung, Praxisanleiter und Fachdozent für Notfallmedizin. Beide machen den gleichen Beruf, aber mit unterschiedlichen Blickwinkeln: frisches Wissen trifft auf Erfahrung. Das Besondere: Die beiden sind Vater und Sohn. Damit endet Ausbildung nicht mit dem Dienst – und fachliche Diskussionen finden auch am Küchentisch statt. Gemeinsam geben sie einen humorvollen Einblick in ihren Arbeitsalltag zwischen Flughafenrettung und Werksrettungsdienst und zeigen, warum Rettungsdienst dann am besten funktioniert, wenn Generationen voneinander lernen.
Chamäleon im Blaulicht – eine Take-Home-Message Im Rettungsdienst gibt es nicht die eine Realität. Ein Einsatz, drei Perspektiven: der Patient, das Rettungsteam ,das Umfeld Dazwischen liegt immer ein Filter. Geprägt durch Erfahrung, Stress, Erwartungen, Emotionen und unsere Rolle im Einsatz. Wahrnehmung ist kein Fakt. Sie ist ein Filter – und der Filter sieht bei jedem anders aus. Professionalität bedeutet deshalb nicht, immer gleich zu handeln oder „farblos“ zu sein. Sondern die richtige Farbe zur richtigen Zeit zu zeigen: zuhören statt bewerten erklären statt abarbeiten anpassen statt verhärten .Denn gute Rettung ist mehr als Maßnahmen Sie bedeutet weniger Konflikte, bessere Zusammenarbeit, ruhigere Einsätze –und am Ende auch mehr Zufriedenheit für uns selbst. Nicht nur für die anderen. Auch für uns!